Köperbindung

Meine Jeans sind starke Hosen, weil sie eine Köperbindung haben!


 

Definition 1

Köperbindungen

aus: «Grundlagen zur Systematik der Textilen Techniken» von Alfred und Kristin Bühler-Oppenheim erweitert und neu gefasst von Annemarie Seiler-Baldinger.
(Pharos- Verlag Hansrudolf Schwabe AG Basel 1973, Nachdruck 1981)

Seiten 72/73


"Hauptmerkmal des Köpers ist eine losere Bindung der beiden Fadensysteme, indem jeder Schussfaden mindestens über/unter zwei Kettfäden und nur unter/über einem Kettfaden verläuft (dreibindiger Köper). Von Schuss zu Schuss werden ferner die Bindungsstellen um einen Kettfaden nach links oder rechts in der Eintragrichtung verlegt. In anderen Köperformen verläuft der Eintrag jeweils regelmässig mindestens über/unter zwei Kettfäden, wobei aber von einem Schuss zum nächsten die Bindungsstellen wiederum seitlich verschoben werden. Diese Verlagerungen haben im Stoff eine schräg laufende Streifung (Köpergerade) zur Folge. Der kleinste mögliche Rapport für Köperbindungen umfasst je drei Ketten- und Schussfäden. "

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Definition 2


aus: "Unsere Textilien". Eine Materialkunde für gewerbliche Berufsschulen von
Elisabeth Müller, Emmy Brendler und Emmi Spiess.
Herausgegeben von der Gewerbeschule der Stadt Zürich (Verlag der Schul- und Büromaterialverwaltung 1966)

Seiten 97/98


"Die engste Art der Köperbindung, der dreibindige Kettköper, lässt die Eigenart dieser Bindungen am besten erkennen. Der Schuss überspringt einen Kettfaden und fasst zwei Kettfäden auf. Bei jedem weiteren Eintrag (Schuss) werden die Bindepunkte um einen Faden versetzt. So entsteht ein schräges, grat- oder treppenartiges Webbild. Gewebe mit dieser gewöhnlichen Köperbindung sind einseitig und zeigen auf der Vorderseite mehr Kett- als Schussfäden; daher rührt die Bezeichnung Kettköper. Die Bindepunkte verlaufen von links unten nach recht oben.

Die Köperbindung ist weicher und geschmeidiger als die Leinenbindung. Sie ist lufthaltiger, namentlich wenn sie locker geschlagen ist. Gerne wird sie für Woll- und Baumwollstoffe, die gerauht werden, verwendet."

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Definition 3


aus: "Bindungslehre - Ein Webmuster".
Eine Anleitung zum Aufbau von Bindungen für Tisch- und Handwebstühlen bis 8 Schäfte und 10 Tritte von Regula Buff (Verlag Paul Haupt Bern und Stuttgart 1985)

Seite 29

"Köperbindung - Sergé oder Crosébindung

Köper ist ein altdeutsches Wort, das die Gewebe mit schräglaufenden Bindungslinien bezeichnet. Der Ausfall der Stoffe ist eher weich und geschmeidig. Von der Köperbindung werden eine Anzahl weiterer Bindungen abgeleitet."

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Definition 4


aus: "Stoffe 2". Bindung, Gewebemusterung und Veredlung von Alfons Hofer (Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main 1987)

Seiten 143/144


"Bei der Köperbindung bestimmen Kett- und Schussfäden in der Regel nicht
in gleicher Weise die Oberfläche des Gewebes. Mit Ausnahme des gleichseitigen Doppelköpers haben Köperbindungen „Effekt", d.h. entweder herrscht die Kette auf der Oberfläche des Gewebes vor oder der Schuss. Wir müssen also unter-
scheiden zwischen Kettköper, Schußköper und Doppelköper.

Alle Köperbindungen haben sowohl in der Kette als auch im Schuss Faden-
flottungen über mindestens zwei Fäden, die um mindestens einen Faden
gegeneinander versetzt sind. Auf diesen „Versatz" kommt es besonders an, denn auch die Panamabindung und andere abgeleitete Tuchbindungen zeigen regelmässige Flottungen über zwei Fäden. Bei den Grundköperbindungen werden die Bindungspunkte stets um einen Kettfaden seitlich und um einen Schussfaden höher versetzt. Die Bindungspunkte liegen über Eck nebeneinander, berühren sich im Gegensatz zur Atlasbindung und biIden durch ihre Lage eine Diagonale. Bei den Grundköperbindungen bleibt die Richtung des Versatzes auch innerhalb des ganzen Gewebes gleich. Es entsteht der sogenannte Köpergrat, der je nach Garnart, Bindung und Einstellung mehr oder weniger deutlich ausgeprägt sein kann. Vorhanden ist der Köpergrat immer; manchmal ist er durch die Farbe oder durch die Ausrüstung etwas verdeckt. ..."

"... Der kleinste Rapport bei der Köperbindung beträgt mithin drei Bindungs-
punkte. Gegenüber der Tuchbindung ist die Verflechtung loser, bei gleicher
Einstellung ergibt die Köperbindung einen lockereren und weicheren Stoff.
Andererseits kann man wegen der loseren Verflechtung mehr Kett- und
Schussfäden hineinpacken, ohne dass die Ware brettig ausfällt. Dies tut man
vor allem bei Strapaziergeweben (z.B. Berufsköper) oder bei Geweben,
bei denen es auf besonders hohe Dichte ankommt (z.B. Inlett). ..."

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